ZOOM: 9010

Anzeige aus KEYBOARDS 03/1991

Eines Tages werden sie vier unabhängige digitale Effekt-Prozessoren in ein 1HE-Gehäuse bauen!

Eines Tages werden sie vier unabhängige digitale Effekt-Prozessoren in ein 1HE-Gehäuse bauen!

 

 

Effekt-Modul-Typen und ihre möglichen Programme

VOCE: MIDI-Drawbar

Infobox aus KEYBOARDS 03/1991

 

 

FAZIT von CLAUDIUS BRÜSE

 

«Was erhält man, wenn man vier Effektgeräte in eine Behausung packt? Mehr als viermal soviel Processing-Power sowie drei Benutzerinterfaces zu wenig. Für mich ist das Zoom 9010 ein Gerät, bei dem sich die Problematik von Vielseitigkeit und ihrer Einsatzfähigkeit recht deutlich zeigt.

Die Funktionen, die es bietet, sind ganz hervorragend, ebenso der Klang und das Nebengeräuschverhalten. Die Funktionalität aber muß darunter leiden, da nun viel mehr Parameter als sonst üblich von einem einzigen Regler aus bedient werden müssen.

Es gibt allerdings durchaus Möglichkeiten, der Bedienung doch noch Herr zu werden: Zum einen kann ja jeder Parameter von außen bedient werden (über MIDI mit den besagten NRPNs), zum anderen befindet sich ja ein Remote-Anschluß am Gerät. Wünschenswert wäre, daß die hier anschließbare Fernbedienung über eine Reihe von Reglern, per Software definierbare Taster sowie ein größeres Display verfügt, so daß der jeweilige Zustand des Gerätes schnell erfaßbar ist.

Ansonsten kann man zu der Ingenieurleistung, die im 9010 steckt, nur gratulieren. Die Möglichkeit, diverse Effekt-Routings per Software zu konfigurieren, viele verschiedene Effekte in guter Qualität verfügbar zu haben, bis zu vier unterschiedliche Signale parallel und unabhängig voneinander bearbeiten zu können, sind in Verbindung mit der MIDI-Echtzeitsteuerung und der per Card erweiterbaren Routing-Optionen in jedem Fall ihren Preis wert.»

Artikel aus KEYBOARDS 03/1991

Multi-Effekt-Prozessor

Erstauslieferung: Frühjahr 1991

Preis bei Auslieferung: 3.500 DM

--> ENSONIQ DP/4

«Neulich abend trieb mich das Bedürfnis, das Abendessen mit einer guten Flasche Wein adäquat zu begleiten, in den Keller.

Während ich mich durch das dergleichen Baulichkeiten eigene Halbdunkel in Richtung Weinregal vortastete, wurden meine Erwägungen, ob es denn nun ein Tropfen von Madame Faller aus dem Elsaß (sehr spritzig, mit vollem Rieslingbouquet, die Frucht springt dem Connaisseur geradezu in die Nase) oder ein Schloß Vollrads aus dem Rheingau (trocken, aber kräftig, die Spätlese mit viel Bauch) sein sollte, immer wieder durch wenig elegantes Stolpern über mancherlei Schatten der Vergangenheit gestört, was mich zu dem Entschluß brachte, zunächst einmal die dem Augenblick angemessene Würde mit Hilfe einer Taschenlampe wiederzugewinnen.

Beim Herumstöbern nach diesem in meiner Situation geradezu lebenswichtigen Gerät führte der Zufall meine Hand dann aber unversehens zu einem ganz anderen, vor Jahren wenigstens ebenso unverzichtbaren Erzeugnis moderner Technik: meinem Telefunken Echo-Mixer! ...»

ZOOM: 9010

ZOOM: 9010

Bild aus KEYBOARDS 03/1991

Einige Ausstattungsmerkmale:

  • vier völlig unabhängige digitale Signal-Prozessoren
  • 4-Way-Routing-Architektur mit
    16-bit/44,1 kHz
  • Dynamikbereich von mehr als 90 dB
  • sieben Effekte gleichzeitig
  • Effekt-Programme inklusive Digital Reverb, Chorus, Delay, Pitch-Shift, Compression, Phasing und mehr
  • bis zu 60 Werks-Presets sowie
    60 Anwender-Presets
  • ROM-Cards
  • „Quick-Function"-Steuerung mit sofortigen Zugriff auf sämtliche Parameter und Programme
  • Programm-Parameter können in Realtime über MIDI-Control-Data-Change eingestellt werden
  • Maße: 19', 1HE

 

 

BEWERTUNG (+):
bis zu vier unabhängige Signalwege - viele Effekt-Programme - guter, sehr sauberer Klang - per Software konfigurierbare Effekt-Routings - Echtzeit-MIDI-Steuerung - Anschlüsse für Fußschalter und Pedale

BEWERTUNG (-):
komplexe Bedienung - teilweise unglückliche Werkseinstellungen - Audio-Aussetzer beim Editieren - Ein- und Ausgangsbuchsen sind fest zugeordnet

 

Test von Claudius Brüse in KEYBOARDS 03/1991