«Der Juno-106, einer der größten Verkaufserfolge Rolands, stand in der Empfehlungsliste vieler lange Zeit im Schatten seines Vorgängers Juno-60.
Im Laufe der letzten Jahre hat sich diese Einschätzung geändert. Viele prominente Juno-106-Benutzer sorgten indirekt dafür, daß auch dieses Modell aus seinem Dornröschenschlaf erwachte und zu den gefragten Oldtimern unserer Zeit zu zählen ist ...»
Artikel aus KEYBOARDS 03/1996
Audio-Demo Teil 2 von PC & Musik 02/2001
Auf PLAY klicken, um eine Demo zu hören.
Interview mit Jürgen Jacob
Das Synthesizer-Studio Jacob in Taunusstein ist eines der ältesten Fachgeschäfte für elektronische Musikinstrumente. Der Inhaber, Jürgen Jacob, ist sozusagen ein Synthie-Pionier und er hat die ganze Entwicklungsgeschichte der Synthies sehr genau verfolgt. Armin Küster stellte ihm einige Fragen zur Faszination des Juno-106.
«PC & Musik: Herr Jacob, der Juno-106 kam 1984 in die Musikgeschäfte. Wie wurde der klassische Analogsynthesizer von Ihrer Kundschaft damals angenommen? Welche Käuferschicht fühlte sich von dem Instrument besonders angesprochen?
Jürgen Jacob: Vorläufer des Juno-106 waren ja der Juno-6 und Juno-60. Die kamen 1982 nacheinander heraus. Der Juno 106 war die logische Konsequenz der beginnenden „MIDI-Zeit". Der Juno-6 war zuerst da, verschwand aber wieder ganz schnell, weil er keine Speicherplätze hatte. Da war Korgs Polysix. aus dem gleichen Jahrgang mit 32 Speicherplätzen klar vorne.
Roland hat das natürlich auch gemerkt und den Juno-60 nachgeschoben. Klanglich war da kein Unterschied, man konnte jetzt aber auch Speicherplätze und MIDI anbieten, über ein optionales DCB-Interface.
Allerdings war dieses MIDI mit ca. 40 ms Verzögerung völlig indiskutabel. Die Tester heute hätten es gnadenlos in der Luft zerrissen. Aber das war damals nicht so wichtig. Gekauft haben es Leute, die noch richtig live gespielt haben, in Bands der verschiedensten Stilrichtungen.
Den typischen Juno-Käufer gab es eigentlich nicht. Auffällig war aber, dass fast jeder den Chorus des Synthies eingeschaltet hatte, voll breit...Das hat sich 1984 beim Juno-106 nicht wesentlich geändert. Entscheidend war, dass man die Frage „Hat der auch MIDI?" mit einem klaren Ja beantworten konnte ...»
Artikel aus PC & Musik 02/2001
Analog-Synthesizer
Erstauslieferung: Winter 1984
Preis bei Auslieferung: 2.900 DM
Juno-60 und Juno-106 (u.a. MIDI-Anschluss, kein Arpeggiator, größerer Programmspeicher) sind technisch betrachtet weitgehend identisch.
«Unsere Zeitreise durch die moderne Synthesizertechnologie stoppt diesmal im Jahr 1984 vor den Toren der Firma Roland in Osaka.
Im Gegensatz zu George Orwells düsterer Vision eines totalitären Staates, der die Gedanken seiner Untertanen kontrolliert, sind es in diesem Jahr die Musiker, die das Klangbild eines neuen elektronischen Musikinstrumentes kontrollieren - der JUNO 106 ist geboren.
Roland präsentiert mit dem Juno-106 einen äußerst benutzerfreundlichen Analogsynthesizer, der selbst heute noch gerne für warme Flächen und fette Bässe eingesetzt wird ...»
ROLAND: Juno-106
Satter analoger Klang und einfache Bedienung - der Roland Juno-106 bietet beides.
Bild aus Privatarchiv Hugo Berndt
Roland Juno 106 DM 1.995,-
Anzeige aus FACHBLATT 11/1985
Weniger ist mehr
Feature von Ingo Gebhardt und Ulf Kaiser aus KEYS 06/2000
Es sind die einfachen Maschinen, die zum Kult geworden sind. Ob TB-303 oder TR-909, Minimoog oder MS20: Einfach, analog und mit vielen Reglern. Genau wie der Roland Juno-106 ...»
FAZIT
«Der Juno-106 ist ein Synthesizer, der die beiden großen Vorzüge analoger Synthesizer in sich vereint: den satten analogen Klang und die spontane Bedienung durch viele Regler.
Dass er dabei ein relativ einfacher Vertreter seiner Zunft ist, tut dem guten Sound keinen Abbruch. Im Gegenteil: Sounds des Juno-106 fügen sich oft besser in den Mix ein, als zu komplexe, mit Effekten überfrachtete Klänge aus modernen Synthesizern.
Und gerade auch für Einsteiger bedeutet die Reduzierung auf die wichtigsten Parameter einen perfekten Einstieg in die elektronische Klangerzeugung.
Fantastischer Sound und eine Bedienung, die Spaß macht - beim Roland Juno-106 steht vor allem eines im Vordergrund: das Musikmachen.»
Audio-Demo "Bässe" von KEYS-CD 06/2000
Auf PLAY klicken, um eine Demo zu hören.
Einige Ausstattungsmerkmale:
Tonerzeugung: ein DCO pro Stimme (Sägezahn, Pulswelle, Weißes Rauschen) mit Sub-Oszillator, Fußlagenwahlschalter und je sechs VCF, VCA und ENV
Tastatur: 61 Plastiktasten
Polyphonie: 6-stimmig
Display: zwei 7-Segment LEDs
Bedienfeld: Bender, LFO Trigger-Button, 17 Schieberegler, drei Schalter, Drehregler, acht Taster
ROM/RAM-Speicher: 128 User Patch Memories, programmierbar