Test von Matthias Steinwachs aus PC & Musik 01/2007
CLAVIA: Nord Stage 88
«Wir haben uns daran gewöhnt, dass Aldi Computer verkauft, Tchibo mit Handys handelt und Mercedes Kleinwagen baut. Wenn jetzt aber auch noch Clavia ein Stage Piano unters Volk bringt, ist das wohl ein sicheres Zeichen, dass die Welt sich ändert und nichts mehr so ist, wie es sein sollte ...»
FAZIT
«Die Verarbeitung ist solide, die Bedienung übersichtlich und ganz konsequent auf die Bedürfnisse des Live-Keyboarders ausgelegt. Der findet dann auch alle Sounds, die er benötigt, ohne gleich ganze Burgen an Tasteninstrumenten aufbauen zu müssen.
Lediglich einen zweiten Synthie sollte er schon im Gepäck haben, denn hier kann und will es der Nord Stage nicht mit den Spezialisten aufnehmen. Auch Naturinstrumente liefert der Stage Nord nicht mit, Streicher und Bläser müssen also ebenfalls anderweitig eingekauft werden.
Für die Arbeit auf der Bühne gibt es für mich jedenfalls im Augenblick nichts Besseres - mit diesem Rundum-Sorglos-Paket kann man sich in Zukunft bei den Gigs ganz auf die Musik konzentrieren, statt sich mit Setups, Sound-Suchen und nervigen Einstellungen in den Menüwüsten der zwölf Keyboards herumzuärgern. Für jeden Live-Tastenmenschen ist der Nord Stage fast schon eine Pflichtanschaffung.»
BEWERTUNG
BEWERTUNG (+): - + solide Verarbeitung - übersichtliche Bedienung - perfekt auf den Live-Betrieb zugeschnitten - Splitpoints einfach zu setzen - gute Sounds
BEWERTUNG (-): - zu teuer für mich (o.k., das ist objektiv kein Minus, aber subjektiv schon)
Stage Piano
Erstauslieferung: Sommer 2005
Preis bei Auslieferung: 3.298 €
Erhältlich auch als - Nord Stage Compact mit 76 Tasten Hammermechanik (2.849 €) - Nord Stage Compact mit 76 Tasten Waterfall (2.999 €)
Stage Keyboard mit Piano-, Orgel- und Synthesizersektion
«Piano-, E-Piano-, Orgel- und Synth-Klänge, dazu 88 gewichtete Tasten und das alles für die Bühne: Dieses Konzept ist nicht neu.
Wenn es jedoch von Virtual Analog-Spezialist und Bedienungs-Fetischist Clavia aufgegriffen wird, lohnt sich das Anschauen allemal ...»
Nord Stage 88
Frischer Wind aus Skandinavien
Bild aus KEYBOARDS 12/2005
Nord Stage 88
Bild aus KEYBOARDS 06/2005
01 Orgel: Die Abteilung Orgel" kommt jetzt mit gleich drei fetten Klassikern: neben der Hammond B3 rollen auch noch eine Vox Continental und eine Farfisa an, womit das Klangspektrum dieser Art der Sounderzeugung wohl weitestgehend abgedeckt sein dürfte.
02 Piano: Strahlende Kinderaugen gibt's auch bei den Pianos: gleich auf zwei Flügeln darf sich der Keyboarder austoben. Ob er dabei nun den Steinway der D-Serie oder das Yamaha C7 nimmt, ist Geschmackssache.
03 Synthie: Der Synthie schließlich wurde komplett neu entwickelt, vom Nord Lead wurde kaum etwas übernommen. Subtraktive Synthese, FM Synthese, zehn Waveforms und 32 Wavetables - damit lässt sich so ziemlich jeder gewünschte Klang nach-bilden, der jemals künstlich erzeugt auf einer Bühne zu hören war.
04 Effekte: Auch die Effektsektion hat gegenüber dem Electro eine deutliche Aufwertung erfahren und wurde ganz auf die vorhandenen Sounds zugeschnitten. Neben fünf Panel-Effekten, die sich jeweils auf eine Instrumentengruppe schalten lassen, gehören noch zwei globale Effekte und der angesprochene Clav-EQ zur Gemeinschaft der Klangverfremder.
Bilder aus PC & Musik 01/2007
Einige Ausstattungsmerkmale:
Tonerzeugung: Samples und Physical Modeling
Tastatur: 88 Tasten, Hammer-Klaviatur, halb-gewichtet, Anschlagdynamik, Aftertouch, Split- und Layer-Kombinationen
Sounds: 21 Program-Pages, Piano-Sektion auf Sampling-Basis (13 Grundklänge), Orgel-Sektion mit Morphsektion (Hammond B3, Vox Continental II, Farfisa), Synthesizer-Sektion (Analog,- FM- und Wavetable-Synthese, Panels A und B)
Effekte: getrennte Effektabteilung mit fünf Sektionen